Bildbearbeitung für Webmaster: Bilddatei-Formate
JPEG
Bilddateien, vor allem wenn sie qualitativ hoch stehend sind, können
riesengroß sein. Es wundert daher nicht, dass sich die Experten aller
Länder seit Jahren mit der Kompression von Bildern auseinandersetzen.
So auch die Joint Photographic Experts Group (JPEG).
Die JPEG-Kompression kann die Größe einer Bilddatei bis zu 10 mal
kleiner machen, ohne dass die Qualität darunter leidet. Wer geringe Qualitätseinbussen
in Kauf nehmen will, kann sogar mit dem Faktor 20:1 arbeiten.
Der Nachteil von JPEG: Die Kompression sollte nur einmal angewendet werden.
Mehrfache Kompressions-Dekompressions-Zyklen bewirken eine deutliche Verschlechterung
der Bildqualität.
JPEG kann heute plattformunabhängig von allen Web-Browsern gelesen werden.
TIFF
TIFF oder "Tag Image File Format" ist eines der wichtigsten Bilddatei-Formate,
da es praktisch von allen Scannern, Digital-Kameras und Layout-Programmen plattformunabhängig
gelesen werden kann und jedes Pixelchen auch nach dem hundertsten Öffnen
detailgenau reproduziert.
Die Kompressionsrate beträgt allerdings nur etwa 50 Prozent. Für
das Internet ist das zu wenig, und daher wird TIFF online nicht verwendet.
EPS
EPS steht für "Encapsulated PostScript". Ein EPS-File besteht
aus zwei Teilen: Der Grafik selbst und einer niedrig auflösenden Vorschau
(Preview) für den Bildschirm.
EPS wird in der Regel für das Speichern von Vektor-Grafiken verwendet.
Bei Fotos kommt es nur dann zum Zug, wenn das Bild einen transparenten Hintergrund
haben soll.
Auch EPS-Files sind relativ groß und daher fürs Internet ungeeignet.
DCS
Desktop Color Separations ist eine Variation des EPS-Formats und wurde früher
oft in der Druck-Industrie verwendet. Heute kommt es beispielsweise noch zum
Zug bei Hexachrome-Druck, weil die heutige Version von DCS die Informationen
von bis zu acht Farbkanälen speichern kann.
Für das Internet ist dieses Format irrelevant.
PICT
Das PICT-Format ist ein Macintosh-Standard für Bitmap- und Vektor-Bilder
und funktioniert hervorragend in Multimedia-Applikationen für den Mac.
Leider unterstützt es keine Farbseparationen und ist auch nicht Windows-kompatibel.
BMP
Bitmap, ein ähnlicher Exot wie PICT, nur diesmal aus der Windows-Welt.
Image Pac
Wurde von Kodak für ihr Photo-CD-System entwickelt und enthält
fünf verschiedene Auflösungen desselben Bildes nach dem PhotoYCC-System.
FlashPix
Der langsame Bildschirm-Aufbau früherer Computer brachte die
Entwickler auf die Idee, ein Bilddatei-Format zu kreieren, das mit einer niedrig
auflösenden und schnell ladenden Bildschirm-Version arbeitet und im Hintergrund
die hochauflösenden Bilddaten errechnet.
Eines dieser Systeme ist FlashPix, von Live Picture entwickelt, von Kodak,
Hewlett-Packard und Microsoft unterstützt.
PNG
PNG steht für "Progressive Network Graphics". Es handelt
sich um ein Format, das speziell für die elektronische Verbreitung von
Bildern entwickelt wurde: Eine niedrig auflösende Version des Bildes wird
sofort auf dem Bildschirm angezeigt und anschließend bis zur hochauflösenden
Qualität verbessert. Siehe auch "Interlaced GIF".
GIF
GIF oder "Graphics Interchange Format" ist eine komprimierte
Bitmap-Datei. GIF hat sich neben JPEG als Standard im WorldWideWeb etabliert.
Eine neuere Version von GIF erlaubt das so genannte "Interlaced GIF".
Es bewirkt, ähnlich wie das PNG-Format, eine sofortige niedrig auflösende
Anzeige des Bildes auf dem Bildschirm mit anschließender Verbesserung
der Qualität. Oder anders gesagt: Die Grafik wird nicht zeilenweise aufgebaut,
sondern schichtweise.
Die Bilder für diesen Lehrgang wurden allesamt im "Interlaced GIF" Format
gespeichert.
Welches Format für welchen Zweck?
Da dies ein Lehrgang für Webmaster ist, beschränke ich mich auf
die Anwendung im Internet:
Durchgesetzt haben sich bis heute JPEG und GIF. PNG soll die Vorteile beider
Formate dereinst kombinieren, ist aber noch in Entwicklung.
JPEG kann bis zu 16,7 Millionen Farben pro Bild speichern und ist daher überall
dort angebracht, wo Farbtreue wichtig ist.
GIF kann zwar nur 256 Farben pro Bild speichern, ist aber für Multimedia-Anwendungen,
wo Farbtreue eher im Hintergrund steht, ein sehr attraktives Format, vor allem
auch mit seinen Variationen "Interlaced", "Animated" und "Transparent".
|