8-Bit / 16 Bit Autor: Thomas Gade
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Theorie I:
Scanner und Digitalkameras können Helligkeiten nicht stufenlos erfassen.
Man fotografiert einen Verlauf von Schwarz nach Weiß:
Der Helligkeitsverlauf kann in zwei Stufen geteilt sein. Das ist nur bedingt
sinnvoll, beispielsweise beim Digitalisieren von Texten oder im künstlerischen
Sektor.
Mit vier Stufen wird die Differenzierung feiner:
Mit 32 gleichmäßig verteilten Stufen ist der Helligkeitsverlauf
bereits in kleine Stufen unterteilt.
Bei 256 Stufen fließen die Tonwerte für unsere Augen stufenlos
ineinander über:
Theorie II:
Bilddateien mit möglichst natürlich wirkenden Tonwertübergängen,
sollten feine Abstufung ohne sichtbare Stufen (Tonwertsprünge) der Helligkeiten
beinhalten.
Es gibt 8 Bit oder 16 Bit Dateien.
Das sind Angaben für einen Farbkanal oder für Schwarzweißbilder.
Farbaufnahmen haben drei Kanäle: Rot, Grün und Blau.
Daher entsprechen 8 Bit bei Farbe dem 24 Bit RGB (Rot-Grün-Blau) Modus.
16 Bit sind 48 Bit im RGB Modus.
1 Bit ist die kleinste Informationseinheit der Computerwelt. Es kann zwei
Zustände annehmen wie An oder Aus, O oder 1, Schwarz oder Weiß.
Bleiben wir bei der Null und der Eins.
Acht Bit können aus acht Nullen bestehen: 00000000. Oder aus acht Einsen:
11111111.
Zudem kann man jede beliebige Kombination aus Nullen und Einsen in 8 Bit packen.
Beispielsweise 00011100 oder 11001100.
Mit acht Bit kann man 256 unterschiedliche Kombinationen von 00000000 über
00000001 und 00000010 bis zu 11111111 einstellen.
In der Geschichte der EDV-Entwicklung hat man sich darauf verständigt
acht Bit zur Einheit Byte zusamenzufassen. Ein einzelnes Bit mit zwei Zustandsmöglichkeiten
ist praktisch unbrauchbar, aber mit acht Bit kann man ein Alphabeth mit Groß-
und Kleinschreibung und Sonderzeichen auf 256 mögliche Kombinationen verteilen.
Möchte man mehr als 256 Helligkeitsstufen codieren, muß man 2 Byte
nehmen, also 16 Bit. Damit kann man bereits bis zu 256 x 256 Stufen = 65536
Stufen unterscheiden. Aber aufgepaßt: Eine 16 Bit Datei muß nicht
unbeding so viele Informationen enthalten. Wenn der Scanner oder Kamera in
der Lage ist, einen Helligkeitsverlauf in 1000 unterschiedliche Stufen zu differenzieren,
lassen diese sich nicht mit 8 Bit darstellen aber sehr wohl mit 16 Bit. Man
kann Bilder nicht im 10 Bit oder 12 Bit Modus speichern und muß sich
für 8 Bit oder 16 Bit entscheiden.
Stellen wir das mit einem anschaulichen Beispiel dar: Angenommen Sie haben
zwei Thermoskannen. Die eine faßt einen halben Liter und die andere zwei
Liter. Sie möchten einen Liter Tee mitnehmen. Das geht nur, indem Sie
die Zweiliterkanne benutzen. Sie ist aber nicht voll, wenn Sie nur einen Liter
einfüllen.
An folgenden Beispielen kann man erkennen, daß 256 Tonwertstufen pro
Kanal für eine stufenlos wirkende Darstellung gut ausreichen.
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| Zwei Stufen pro Farbkanal. Das Bild zeigt keine Details. |
Mit vier Stufen pro Farbkanal wird das Bild plastischer. Die hellen Blätter
werden nicht nur aus Schwarz und Weiß dargestellt sondern aus zwei zusätzlichen
Graustufen. |
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| Mit 16 Stufen pro Farbkanal wirkt das Bild bereits fast wie ein Foto. In der
vergrößerten Ansicht sind Tonwertsprünge sichtbar. |
Bereits 64 Stufen pro Farbkanal erlauben eine nahezu fotorealistische Darstellung.
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8-Bit oder 16-Bit? Wenn 256 Tonwertstufen ausreichen, um eine gute Abbildung
zu erzeugen, wozu benötigt man dann die 16-Bit Daten?
Die Urdatei enthält Werte, die mehr oder weniger stark korrigiert werden
müssen, um ein Bild ansehnlich zu machen. Wenn in der Urdatei das Bild nicht
komplett auf die 256 Tonwerte verteilt wurde und die Werte von Schwarz nach Weiß gespreizt
werden, erhöht man den Kontrast, erhält aber nicht mehr Tonwerte als
bereits da waren. Jede Kontraständerung mittels Gradationskurve reduziert
die Anzahl der Tonwerte durch ein Auseinderzerren der Tonwerte mit dazwischen
entstehenden Lücken oder einem Stauchen einer Menge Tonwerte auf weniger
Tonwerte. Nicht selten betont man in den dunklen Schatten die vorhandene schwache
Zeichnung. Dazu wird in diesen Zonen der Kontrast kräftig erhöht. Die
Lücken zwischen den Tonwerten können dabei so weit auseinanderklaffen,
daß sichtbare Tonwertsprünge im Bild entstehen.
Da Kameras und Scanner
mindestens mit 12 Bit Wandlern ausgestattet sind, ist eine 16 Bit Ausgabe sinnvoll.
Die 12 Bit sagen aus, dass das Eingabegerät seine Meßwerte in 1024
Stufen unterteilen kann. Diese bleiben in der 16-Bit Datei erhalten und stehen
bei der folgenden Bildbearbeitung voll zur Verfügung. Die 1024 Werte verteilen
sich in gleichmäßigen Abständen auf einer Skala mit 65536 Stufen
der 16-Bit Datei. Daher gehen bei der Bearbeitung nicht unbedingt Tonwerte verloren.
Sie verteilen sich anders auf der Skala, bleiben aber in ihrer Gesamtzahl vorhanden,
sofern man keine drastischen Veränderungen praktiziert. Hinzu kommt, daß beim
Scannen die Hintergründe oder Ränder der Vorlagen teilweise mitgescannt
werden. Sie können deutlich heller oder dunkler als die Bildpartien sein,
um die es eigentlich geht. Sie haben Einfluß auf die Ausgabe der Bilddatei,
welche dann nur einen begrenzten Teil der verfügbaren Tonwertskala für
die bildwichtigen Zonen verwendet. Nach dem Beschnitt der Bilder im Photoshop
wird eine Spreizung der Tonwertkurve notwendig, um ein brauchbares Bild zu erzeugen.
Dabei entstehen ungenutzte Lücken in der Tonwertabstufung. Folgt danach
noch eine Kontrastveränderung, kann die Enddatei qualitativ mangelhaft sein.
Wozu wandelt man die 16-Bit Dateien in 8-Bit Daten?
16-Bit Dateien sind doppelt so groß wie 8-Bit Dateien und können
bis zu 256 mal so viele Informationen beinhalten. Bis Anfang dieses Jahrhunderts
war die Bildbearbeitung eine starke Belastung für Computer. Erst der rapide
Preisverfall bei Festplatten mit großen Kapazitäten, bei Arbeitsspeichern
und Prozessoren sowie der Verfügbarkeit von billigen Speichermedien wie
DVDs sowie die enorme Erhöhung der Datentransfergeschwindigkeit über
Netze, beseitigten den Zwang zum Datensparen. Das bekannte jpg-Format kann
nur 8-Bit Daten speichern. Viele Bildverwaltungs und -bearbeitungsprogramme
waren nur für 8-Bit Daten vorgesehen. Mittlerweile wird diesbezüglich
stark nachgebessert. Der Photoshop CS 2 kann nahezu alle wichtigen Schritte
im 16-Bit Modus durchführen. Eigentlich spricht nichts dagegen, die Bilder
im 16-Bit (48-Bit RGB) Format zu belassen. Seitdem billige Programme wie Thumbs
Plus 7 Massenbeschriftungen von 16-Bit-Tiffs erlauben, speichere ich meine
Digitalkamera-Dateien grundsätzlich in dem Format auf DVDs. Die Daten
für den schnellen Zugriff sind als jpg-Dateien mit erheblich geringerem
Volumen auf dem Rechner gespeichert.
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